Amnesty-Gruppe Ingolstadt gedenkt Alfons Butz

Todesanzeige Alfred ButzDie Ortsgruppe Ingolstadt von Amnesty International trauert um ihr Mitglied Alfons Butz (1924 – 2017).

Alfons Butz war uns in seinem starken, weitausgreifenden Engagement für Menschen, deren Würde und Rechte bedroht waren, ein Vorbild und wird es immer bleiben.

Vor allem in den 80er und 90er Jahren hat er wunderbare Projekte mitinitiiert und durchgeführt, Großveranstaltungen zur Apartheid in Südafrika und zur Diktatur in Chile im Stadttheater Ingolstadt und viele Aktivitäten mit und für Asylsuchende in Neuburg. Sein Einsatz für einen unserer „Fälle“, einen kommunistischen türkischen Politikwissenschaftler, mündete in eine dauerhafte, herzliche Freundschaft.

Russland war es mehr als andere Länder, dem er sich – trotz Kriegsgefangenschaft – verbunden fühlte. Er unterstützte das mittlerweile berühmte Menschenrechtszentrum „Memorial“ in Moskau in der schwierigen Gründungsphase und organisierte die Finanzierung der gleichnamigen Zeitung. Schließlich weitete er sein Engagement für die Hilfsbedürftigen in Russland mit einer beispiellosen Aktion, mit jahrelangen Medikamentenlieferungen für mukoviszidosekranke Kinder, aus.

Ein Herzensanliegen waren ihm immer die Schwächsten in der Gesellschaft. So hat er, ohne viele Worte darüber zu verlieren, bis zu seinem Lebensende in seiner Heimatstadt Neuburg Obdachlose betreut.

Wir verlieren einen guten Freund, einen anregenden, streitbaren Gesprächspartner und einen sehr konsequenten Mitstreiter für die Menschenrechte.