Archiv für den Autor: Johannes Froschmeir

Amnesty-Gruppe Ingolstadt gedenkt Alfons Butz

Todesanzeige Alfred Butz

Todesanzeige Alfred ButzDie Ortsgruppe Ingolstadt von Amnesty International trauert um ihr Mitglied Alfons Butz (1924 – 2017).

Alfons Butz war uns in seinem starken, weitausgreifenden Engagement für Menschen, deren Würde und Rechte bedroht waren, ein Vorbild und wird es immer bleiben.

Vor allem in den 80er und 90er Jahren hat er wunderbare Projekte mitinitiiert und durchgeführt, Großveranstaltungen zur Apartheid in Südafrika und zur Diktatur in Chile im Stadttheater Ingolstadt und viele Aktivitäten mit und für Asylsuchende in Neuburg. Sein Einsatz für einen unserer „Fälle“, einen kommunistischen türkischen Politikwissenschaftler, mündete in eine dauerhafte, herzliche Freundschaft.

Russland war es mehr als andere Länder, dem er sich – trotz Kriegsgefangenschaft – verbunden fühlte. Er unterstützte das mittlerweile berühmte Menschenrechtszentrum „Memorial“ in Moskau in der schwierigen Gründungsphase und organisierte die Finanzierung der gleichnamigen Zeitung. Schließlich weitete er sein Engagement für die Hilfsbedürftigen in Russland mit einer beispiellosen Aktion, mit jahrelangen Medikamentenlieferungen für mukoviszidosekranke Kinder, aus.

Ein Herzensanliegen waren ihm immer die Schwächsten in der Gesellschaft. So hat er, ohne viele Worte darüber zu verlieren, bis zu seinem Lebensende in seiner Heimatstadt Neuburg Obdachlose betreut.

Wir verlieren einen guten Freund, einen anregenden, streitbaren Gesprächspartner und einen sehr konsequenten Mitstreiter für die Menschenrechte.

Jahresbericht 2016 der Amnesty-Gruppe Ingolstadt

Titel Jahresbericht 2016 Amnesty Ingolstadt

Titel Jahresbericht 2016 Amnesty Ingolstadt

Der Jahresbericht 2016 gibt einen Überblick über die Arbeit der Amnesty-Ortsgruppe Ingolstadt. Der Rückblick zeigt die zahlreichen Infostände, Aktionen und Gottesdienste, die die Amnest-Mitglieder organisiert oder mitgestaltet haben. Ein besonderer Anlass im Jahr 2016 war das Jubiläum zum 40-jährigen Bestehen der Gruppe. Außerdem ist der Einsatz für Su Changlan, die aus der Ingolstädter Partnerstadt Foshan in China stammt, ein neuer Schwerpunkt der Menschenrechtsarbeit.

Jahresbericht 2016 herunterladen (PDF)

Tag der Menschenrechte 2016

Die Amnesty-Gruppe Ingolstadt beim Tag der Menschenrechte 2016

Unter dem Motto „Menschenrechte im Angesicht der Flucht” fand wieder die jährliche Matinee zum Tag der Menschenrechte im Stadttheater Ingolstadt statt. Gastredner war diesmal Islamwissenschaftler Milad Karimi von der Universität Münster sein. Er kam selbst im Alter von 13 Jahren mit seinen Eltern als Flüchtling aus Afghanistan und konnte kein Wort Deutsch. Heute lehrt er an der Universität Münster Islamische Philosophie und Mystik.

In seinem Vortrag behandelte er die Themen “Flucht” und “Heimat”. “Mensch sein heißt, flüchten zu dürfen”, sagte er. Der Mensch flüchte “nicht aus der Heimat, sondern aus der Bedrohung”. Er selbst würde Afghanistan niemals als seine Heimat ansehen, auch Deutschland, dem er sehr viel zu verdanken habe, nicht. “Heimat, das ist kein Ort.” Heimat sei vielmehr, wenn etwas Gutes gelingt. “Wenn ich meiner Frau in die Augen sehen, meinen Sohn tragen kann.” Dies sei für ihn “wahre Heimat”.

Bericht im Donaukurier

 

40 Jahre Amnesty International Ingolstadt

Infostand 40 Jahre Amnesty Ingolstadt

Infostand 40 Jahre Amnesty Ingolstadt

Mit einem Fest auf dem Rathausplatz feierte die Ingolstädter Amnesty-International-Gruppe ihr 40-jähriges Bestehen. Im April 1976 wurde Amnesty Ingolstadt u.a. von einem evangelischen Pfarrer, einem Chemiefacharbeiter, einem Lokomotivführer und Schülern im Gemeindesaal von St. Lukas gegründet. Seitdem haben die Ai-ler in unzähligen Aktionen auf Menschenrechtsverletzungen in aller Welt aufmerksam gemacht. Kampf gegen Todesstrafe und Folter, für Meinungs- und Medienfreiheit, Frauenrechte und strenge Waffenkontrolle sind nur einige der Beispiele.

Am Amnesty-Stand lagen Petitionen aus u.a. für Su Changlan aus Foshan, der chinesischen Partnerstadt von Ingolstadt. Der 44-jährigen ehemaligen Lehrerin Su Changlan drohen wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte, gegen Kinderhandel und für Demokratie 15 Jahre Haft. Wie berichtet, setzte sich der Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl bei seinem Besuch in Foshan vor kurzem für sie ein. Allerdings zunächst ohne Erfolg. Umso wichtiger ist der nachhaltige Einsatz für Frau Changlan.

Der jüngste spektakuläre Fall, den die Gruppe betreute, war der des weißrussischen Oppositionspolitikers Nikolai Statkevich, der durch vielseitiges Engagement 2015 vorzeitig aus der Lagerhaft freikommen konnte.

Die Livemusik bei der Feier kam von Schülern, Lehrern und Studenten. Die Gebrüder-Asam-Mittelschule tritt mit zwei Formationen auf, den „Asam Sisters“ um die Sängerin Marie Kellermann und der Lehrerband „Gams“ mit den Sängerinnen Caro Lindner und Antonia Grau. Dazu das Jazztrio „Jazz please“ mit Josef Heinl, Julian Wiercinski und Simon Leininger vom Reuchlin-Gymnasium.

Amnesty-Gruppe Ingolstadt trauert um Hans Koschnick

Die Ingolstädter Amnesty-Gruppe trauert um Hans Koschnick (+ 21. April 2016), der 1999 beim großen “Tag der Menschenrechte” im Foyer des Stadttheaters ein leidenschaftliches Plädoyer für die Menschenrechte hielt. Das besondere Anliegen Koschnicks war, nach vielen hochrangigen politischen Ämtern im Bremer Senat und im Bundestag, der Situation in Bosnien-Herzegowina nach dem Jugoslawienkrieg. Sein Engagement als “Brückenbauer” selbst in schwierigsten Situationen fand weltweite Anerkennung.